Das Leben des Vernon Subutex

von Virginie Despentes

Hörspiel des SRF

Das Leben des Vernon Subutex Teil 1
Das Leben des Vernon Subutex Teil 2


Teil 1: Als sein Plattenladen Pleite geht, ist Vernon Ende vierzig und steht vor dem Nichts. Ganz allmählich nimmt sein sozialer Abstieg an Fahrt auf, bis er nicht mehr zu bremsen ist. Scharfzüngig und schonungslos begleitet ihn die Autorin bei seiner Reise in die Abgründe unserer neoliberalen Gesellschaft.

Zunächst ist Vernon sich noch sicher, dass er sich durchschlagen wird. Aber mit der Lethargie, die ihn schon bald lähmt, hat er nicht gerechnet, und auch nicht damit, dass ihm die staatliche Unterstützung so kaltschnäuzig gestrichen wird. Als dann noch der Musiker Alex Bleach stirbt, der ihn finanziell unterstützt hat, reicht das Geld endgültig nicht mehr aus.

Drei unbezahlte Monatsmieten später findet Vernon sich auf der Strasse wieder, in seinem Besitz nur noch ein paar Videokassetten, die Alex Bleach ihm bei seinem letzten Besuch übergeben hat. Seine Lebensbeichte soll darauf sein, Vernon hat sie nie gehört, aber bestimmt kann er sie irgendwie zu Geld machen. Doch erst einmal muss er irgendwo unterkommen. Und während Vernon sich durch die Gästebetten seiner alten Bekannten schläft, die ihn mehr oder weniger freudig für ein paar Nächte aufnehmen, zieht ein einflussreicher Filmproduzent hektisch alle Strippen, um ihn in Paris zu finden. Denn er hat von den Videokassetten gehört und er will sie haben – um jeden Preis.
Dauer: 44′


Teil 2: Paris ohne Geld ist beschissen. Vernon erfährt es am eigenen Leib. Erst ist sein Plattenladen Pleite gegangen, dann hat er seine Wohnung verloren. Mit Ende Vierzig steht er auf der Straße und hat nichts mehr ausser ein paar Videokassetten, hinter denen halb Paris her ist, ohne dass er es weiss.

Der Filmproduzent Laurent Dupolet hat die Hyäne engagiert. Sie soll Vernon auftreiben und ihm die Videokassetten mit der Lebensbeichte von Alex Bleach abnehmen. Vernon hat derweil ganz andere Probleme. Sylvie hängt ihm im Nacken. Eine Weile hat er es bei ihr ausgehalten, aber dann ist ihm die Frau echt zu viel geworden. Er braucht ein neues Bett für die Nacht und möglichst eines, in dem ihn Sylvie nicht findet. Aber ohne Geld und mit dem verblassenden Charme eines gescheiterten Endvierzigjährigen ist es gar nicht so einfach, sich eine nette Bleibe für länger zu organisieren. Schneller als gedacht, findet Vernon sich jedes Mal auf der Straße wieder. Während sich die Hyäne an seine Fersen heftet, streift er, staunend und wehrlos gegenüber dem eigenen Absturz, durch das Paris der Verbitterten, Abgebrühten und Durchgeknallten, bis er schliesslich ganz unten landet.
Die Hörspielbearbeitung basiert auf dem ersten Band der Vernon-Subutex-Trilogie.
Dauer: 44′


Mit: Constanze Becker (Erzählerin), Stefan Konarske (Vernon Subutex), Tanja Schleiff (Sylvie), Linda Blümchen (Celeste), Silke Bodenbender (Lydia), Katja Bürkle (Hyäne), Sonja Dengler (Mädchen), Isaak Dentler (Alexandre Bleach), Claudia Hübschmann (Sachbearbeiterin), Sylvana Krappatsch (Marie-Ange), Sebastian Mirow (Teil 1 Gerichtsvollzieher, Teil 2 Polizist), Kirstin Petri (Kassiererin), Tim Seyfi (Xavier), Werner Wölbern, (Laurent Dupolet), Patrycia Ziolkowska (Emilie), Sven Daniel Bühler (Loic), Cyril Hilfiker (J.P.), Janna Horstmann (Gaelle), Amina Merai (Aicha), Peer Oscar Musinowski (Julien), Joachim Nimtz (Selim), Heiko, Raulin (Daniel/Deborah), Christiane Roßbach (Olga), Jana Schulz (Pamela), Uwe Peter Spinner (Kiko), Valery Tscheplanowa (Marcia), Regine Vergeen (Sophie)

Aus dem Französischen von Claudia Steinitz – Musik: georg zeitblom – Hörspielfassung: Katrin Zipse – Tontechnik: Norbert Vossen, John Krol und Angela Reymond – Regieassistenz: Constanze Renner – Dramaturgie: Johannes Mayr – Regie: Kirstin Petri – Produktion: SRF 2020

Diese Hörspiele dürfen wir Ihnen nach Ausstrahlung für 30 Tage zum Download und für 365 Tage zum Nachhören zur Verfügung stellen.